Solarplane mit 180 oder 400 Mikrometer: welche Stärke lohnt sich

Zwei runde Solarplanen mit exakt demselben Durchmesser von fünf Metern, beide aus Polyethylen mit Luftpolstern, beide zuschneidbar. Die eine ist 180 Mikrometer stark und beidseitig schwarz, die andere 400 Mikrometer und lichtdurchlässig. Das klingt nach einer Frage der Haltbarkeit, ist aber vor allem eine Frage der Physik.
Wer die Klasse insgesamt sucht, findet den Überblick bei den Solarplanen. Hier stehen die beiden Bauarten nebeneinander.
- KESSER 400 Mikrometer, wenn die Plane Wärme bringen und lange halten sollmehr als doppelte Materialstärke, lichtdurchlässige Luftpolster und Schere, Lochzange sowie zwölf Ösen für den Zuschnitt
- Miganeo 180 Mikrometer, wenn sie leicht bleiben und Licht aussperren sollrechnerisch weniger als die Hälfte an Material, beidseitig schwarz und damit eine Sperre gegen Algenwachstum
- Beidefünf Meter Durchmesser, rund 19,6 Quadratmeter Fläche, zuschneidbar, UV-beständig und chlorresistent
Die zwei Kandidaten
Miganeo Deluxe 180 µm
Leicht und beidseitig schwarz
KESSER 400 µm
Dick, lichtdurchlässig, mit Zubehör
Die Daten nebeneinander
| Merkmal | Miganeo Deluxe 180 µm | KESSER 400 µm |
|---|---|---|
| Durchmesser | 500 cm | 500 cm |
| Fläche | rund 19,6 m² | rund 19,6 m² |
| Materialstärke | 180 µm | 400 µm |
| Material | PE-Noppenfolie | PE mit Luftpolstern |
| Lichtdurchlass | keiner, beidseitig schwarz | lichtdurchlässig |
| Sperre gegen Algenlicht | ja, durch die schwarze Fläche | nein |
| Rechnerisches Materialgewicht | rund 3,3 kg | rund 7,3 kg |
| Zuschneidbar | ja | ja |
| Zuschnittzubehör | keines | Schere, Lochzange, 12 Ösen |
| Ösen für Aufroller | keine Angabe | 12 Stück |
| Verdunstungsminderung | keine Angabe | bis 90 Prozent |
| UV-beständig | ja | ja |
| Chlorresistent | ja | ja |
| Verwendung | schwimmend aufgelegt | schwimmend aufgelegt |
Werte nach den Herstellerangaben zu beiden Planen. Das Materialgewicht nennt keiner der beiden, es ist hier aus Fläche, Stärke und der Dichte von Polyethylen gerechnet und deshalb ein Näherungswert: Bei Noppenfolie bezieht sich die Mikrometerangabe je nach Hersteller auf die Einzelfolie oder auf das gesamte Laminat, was den tatsächlichen Wert nach oben oder unten verschieben kann. Die Verdunstungsminderung beziffert nur einer der beiden, sie gilt der Sache nach für jede dicht aufliegende Abdeckung. Die hervorgehobene Zelle ist der bessere Wert, nicht automatisch der wichtigere. Eine fehlende Angabe zählt nicht als Nachteil.
Was aus den Zahlen folgt
Warum eine Abdeckung überhaupt so viel bringt
Die Rechnung mit der Verdunstungswärme
Ein Becken von 19,6 Quadratmetern verliert an einem warmen Sommertag rund drei bis fünf Millimeter Wasserstand, also etwa 60 bis 100 Liter.
Jeder verdunstete Liter entzieht dem Becken rund 0,63 Kilowattstunden Wärme, weil das Verdampfen die Energie aus dem zurückbleibenden Wasser holt. 70 Liter am Tag sind damit rund 44 Kilowattstunden.
Zum Vergleich: Um 19.600 Liter um ein einziges Grad zu erwärmen, braucht es rund 23 Kilowattstunden. Die Verdunstung kostet also fast zwei Grad am Tag.
Praktisch heißt das: Der größte Nutzen einer Solarplane liegt nicht darin, dass sie Wärme sammelt, sondern darin, dass sie das Verdunsten unterbindet. Deshalb wirkt sie nachts stärker als tagsüber.
Was die Farbe mit dem Wärmegewinn macht
Die Rechnung mit der Einstrahlung
An einem klaren Sommertag treffen in Mitteleuropa rund fünf Kilowattstunden je Quadratmeter auf eine waagerechte Fläche. Auf 19,6 Quadratmeter sind das rund 98 Kilowattstunden am Tag.
Eine lichtdurchlässige Plane lässt den größeren Teil davon bis ins Wasser, wo er absorbiert wird. Bei angenommenen 70 Prozent wären das rund 69 Kilowattstunden, also gut drei Grad Temperaturgewinn.
Eine schwarze Plane absorbiert die Strahlung in der Folie selbst. Ein Teil davon wandert nach unten ins Wasser, ein Teil geht über die Oberseite direkt an die Luft verloren. Bei angenommenen 40 Prozent bleiben rund 39 Kilowattstunden, also etwa 1,7 Grad.
Praktisch heißt das: Zum Aufheizen ist die lichtdurchlässige Plane im Vorteil. Zum Halten der Temperatur sind beide etwa gleich gut, weil dabei die Luftpolster arbeiten und nicht die Farbe.
Was mehr als doppelte Materialstärke im Alltag bedeutet
Die Rechnung mit dem Gewicht
19,6 Quadratmeter bei 180 Mikrometern und der Dichte von Polyethylen ergeben rund 3,3 Kilogramm. Bei 400 Mikrometern sind es rund 7,3.
Nass wird es deutlich mehr, weil zwischen den Noppen Wasser stehen bleibt. Wer die Plane von Hand über den Rand zieht, hebt in beiden Fällen ein Vielfaches des Trockengewichts.
Die dünnere Plane lässt sich deshalb allein handhaben, die dickere realistisch nur zu zweit oder mit einem Aufroller, für den die Ösen mitgeliefert werden.
Praktisch heißt das: Wer keinen Aufroller hat und die Plane täglich bewegt, wird die dickere nach zwei Wochen liegen lassen. Und eine liegen gelassene Plane bringt gar nichts.
Wofür welche Plane reicht
Eine Solarplane ersetzt keine Heizung, sie verlängert nur, was vorhanden ist. Wer die Temperatur wirklich steuern will, sieht bei den Poolheizungen nach, und wer die Sonne ohne Strom nutzen möchte, bei den Solarabsorbern, die das Wasser durch schwarze Matten im Kreis pumpen.
Wo jede von beiden gewinnt
Für die 180er spricht
- Rund die Hälfte des Materialgewichts
- Allein zu handhaben, auch ohne Aufroller
- Beidseitig schwarz und damit lichtdicht
- Nimmt Algen im Becken die Grundlage
- Weniger Volumen beim Lagern über den Winter
Für die 400er spricht
- Mehr als doppelte Materialstärke
- Lichtdurchlässig und damit besser beim Aufheizen
- Schere, Lochzange und zwölf Ösen liegen bei
- Für Aufrollsysteme vorbereitet
- Robustere Kanten nach dem Zuschnitt
Ein Punkt gilt für beide: Eine Solarplane ist keine Sicherheitsabdeckung. Sie trägt kein Gewicht, und ein Kind, das darauf gerät, verschwindet unter der Folie, statt oben zu bleiben. Wer eine Abdeckung sucht, die tatsächlich Last aufnimmt, ist bei den Poolabdeckungen richtig, nicht bei der Solarfolie.
Wenn keine von beiden passt
Häufige Fragen zu Solarplanen
Welche Seite kommt nach oben?
Bei Noppenfolie die glatte Seite nach oben, die Noppen zeigen ins Wasser. So schließen die Luftkammern zum Wasser hin ab und wirken als Dämmschicht. Liegt die Plane falsch herum, füllen sich die Noppen mit Wasser, die Dämmwirkung sinkt und das Gewicht steigt. Bei einer beidseitig gleichfarbigen Plane hilft nur der Blick auf die Struktur.Muss die Plane exakt passen?
Sie sollte eher etwas zu groß als zu klein sein und wird dann zugeschnitten. Ein Spalt von wenigen Zentimetern am Rand kostet überproportional viel, weil dort die Verdunstung ungehindert weiterläuft. Ideal ist, wenn die Folie bis an die Beckenwand reicht und leicht anliegt, ohne sich zu stauchen.Wird das Wasser unter der Plane zu warm?
Das kann passieren. Bei voller Sonne und geschlossener Abdeckung sind über 30 Grad möglich, und ab dieser Marke vermehren sich Algen und Bakterien deutlich schneller, während das Chlor an Wirkung verliert. Wer die Plane im Hochsommer tagsüber abnimmt und nur nachts auflegt, hat den größeren Nutzen bei geringerem Risiko.Wie lange hält so eine Folie?
Je nach Stärke und Behandlung zwei bis fünf Saisons. Sie stirbt fast nie in der Fläche, sondern an den Kanten und an den Falten, wo sie beim Aufrollen geknickt wird. UV-Strahlung macht das Material spröde, Chlor greift zusätzlich an. Wer sie nach dem Abnehmen abspült, im Schatten trocknen lässt und nicht gefaltet, sondern gerollt lagert, verdoppelt die Lebensdauer. Über den Winter gehört sie nicht ins Becken, sondern zur Abdeckplane für Aufstellbecken in den Keller.Bringt die Plane auch etwas, wenn eine Wärmepumpe läuft?
Vor allem dann. Eine Wärmepumpe arbeitet gegen genau den Verlust an, den die Abdeckung verhindert. Ohne Plane heizt sie nachts die Umgebungsluft mit, mit Plane bleibt die eingebrachte Wärme im Becken. In der Praxis sinkt die nötige Laufzeit um die Hälfte und mehr.Die Entscheidung in einem Satz
KESSER Pool Solarfolie 400 µm Solarplane rund 500 cm mit Schere, Lochzange und 12 Ösen
Wer einen Aufroller hat oder anschaffen will, das Becken zuschneiden muss und die Plane über mehrere Saisons nutzen möchte, nimmt die 400er, weil mehr als doppelte Materialstärke genau an den Kanten hilft, wo Noppenfolie zuerst aufgibt, und weil die lichtdurchlässige Struktur beim Aufheizen im Vorteil ist. Wer die Plane jeden Abend von Hand über den Rand zieht oder wer weniger mit der Temperatur als mit Algen kämpft, fährt mit der 180er besser, die nur rund die Hälfte wiegt und als beidseitig schwarze Fläche dem Becken das Licht nimmt.


